Ego

Auf dieses Seite findest du keinen normale Beschreibung meinerseits. Im gegenteil, ich wünsche dir viel Spaß beim lesen !

DS1_7459_e1_lowD ie ersten Sonnenstrahlen eines neuen Tages bahnen sich ihren Weg durch das Fenster, hinterlassen Spuren auf der roten Wand, auf dem Schreibtisch und dem Kleiderschrank, wandern durch das Zimmer, halten an der Dachschrägen inne und lassen sich schließlich fallen, vom Nachttisch auf das Bett, auf sein Gesicht. Die schwarzen Haare schimmern leicht, das Licht kriecht weiter, zeichnet die Linien seiner Lippen nach, wobei es an dem kleinen Ring in der unteren kurze Zeit verweilt. Es bewegt sich weiter, gibt keine Ruhe bis es einen Weg zwischen die Wimpern gefunden hat, in die Augen mit diesem tiefen Blick, die sich jetzt verkrampfen, um der Nacht auch noch die letzte Minute abzugewinnen.
Die Sonnenstrahlen werden nun kräftiger, fordernder. Sie beobachten das langsame Aufrichten, das Aufstehen und letztendlich den Körper, der unter der Bettdecke zum Vorschein kommt und sich langsam, aber sicher auf den Weg ins Badezimmer macht. Duschen ist unerlässlich. Genau wie das Zähneputzen.
Das warme Licht malt ein Muster auf seinen Rücken. Er braucht keine körperliche Größe, um sich Präsenz zu geben. Sein Auftreten spiegelt Wichtigeres wieder, Wissen um die guten und schlechten Seiten des Lebens, Wissen um die eigenen Stärken. Und das Wissen um den eigenen Weg. Er ist nicht planlos.
Zurück im Zimmer dringen schon bald elektronische Klänge aus den Boxen hinaus in die Unschuld des frisch angebrochenen Tages. Leise Stimmen dringen von außen hinein, zeugen von den Menschen, die seine Gegenwart täglich genießen, die er um sich hat und mit denen ihn das stärkste Band überhaupt verbindet.
Und genau das zeigt auch ein Blick in seine Augen. Diese Augen, die so viel aufschlussreicher sind als die wenigen Worte aus seinem Mund. Der Blick wird weich beim Anblick seiner Schwester und kalt, wenn der Mensch dahinter sich mit Lügen auseinandersetzen muss. Die Empathie hinter den verschiedenen Reaktionen ist nicht zu übersehen.
Darüber hinaus braucht er nicht viele Worte, um einiges zu sagen. Die Leidenschaft in seiner Stimme, wenn er von seiner Arbeit spricht, ist nicht zu überhören. Genauso wenig wie die Freude und der Ehrgeiz, die bei Gesprächen über Fotographie und die Arbeit an seiner Firma an die Oberfläche drängen.
Langsam aber sicher verdrängen Wolkenfetzen die Strahlen der frühen Sonne. Er dreht sich um, macht sich auf den Weg aus dem Zimmer, den Stimmen entgegen. Die Wände fangen sein Lächeln auf, spielen damit und werfen es schließlich der Welt entgegen.
(c) 2007 by Cathy N.

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